Das Bw einst und in der Zukunft

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19. Juli 2017

 

Das alte Bw Crailsheim

Die Belegschaft des Bw Crailsheim im Jui 1908 mit der Schnellzuglokomotive AD 479 auf der damaligen 18-m-Drehscheibe. Erst knapp 40 Jahre später wurde eine Drehscheibe mit 23 Meter eingebaut.
Die Belegschaft des Bw Crailsheim im Jui 1908 mit der Schnellzuglokomotive AD 479 auf der damaligen 18-m-Drehscheibe. Erst knapp 40 Jahre später wurde eine Drehscheibe mit 23 Meter eingebaut.

Am 15. November 1866 wurde die Streche Goldshöfe-Crailsheim eröffnet

(10. Dezember 1867: Hall - Crailsheim, 23. November 1869: Crailsheim -  Königshofen, 1. Juni 1875: Crailsheim - Grenze Bayer bei Schnelldorf)

Die heute teilweise noch erhaltene Remise konnte 1866 schon genutzt werden. Ab 1870 waren in Crailsheim dann auch Lokomotiven stationiert. 1873 entstand der bayerische Rundschuppen (etwa beim heutigen Stellwerk) mit einer 12-m-Drehscheibe und neun Ständen, 1877 der Haller Schuppen (unmittelbar an der Strecke Richtung Hessental) mit zwei Ständen. 1900 folgte ein Rundhaus mit 18-m-Drehscheibe und sieben Ständen. 1908 folgte der weiter Ausbau auf 10 Stände. 1912 entstand der Wasserturm, kurze Zeit später die Lokleitung.  1926 wurde die als Drehscheibe I bezeichnete Drehscheibe "Wiese" gebaut.  1943 erfolgte der Einbau eine 23-m-Drehscheibe am Rundhaus.

Den Anforderungen entsprechend erfolgten stets Umbauten, hinzu kamen die großen Zerstörungen am Ende des Krieges 1945. Den größten Einschnitt brachte aber das Ende der Dampflokzeit. Am 30. Juni 1976 war das Bw Crailsheim als letztes Bahnbetriebswerk südlich der Mittelgebirge "dampffrei", in der Folge wurden die  Drehscheiben ausgebaut, Schuppen abgerissen und Gleisanlagen entfernt.

 

 

Die Zwischenphase

Eine Art "Zwischenphase"  - nach dem Untergang des alten Bw Crailsheim und dem Aufbau des neuen Bw Crailsheim  - begann mit dem Jahr 1995, als die "Rückkehrerin" 64 419  auf Veranlassung ihres  damaligen Eigentümers, einem  Crailsheimer Geschäftsmann, dort eintraf.  In der Folgezeit  zogen dann auch Fahrzeuge der DBK Historischen Bahn e.V. vom bisherigen Standort im Bahnhof Gaildorf West nach Crailsheim um  - zur Miete bei der Deutschen Bahn AG.

Crailsheimer Dampfloktage 2003  mit sechs Dampfloks  (64 419, 64 491, 75 1118, 52 7596 und 01 519) aber noch ohne "neue" Drehscheibe.
Crailsheimer Dampfloktage 2003 mit sechs Dampfloks (64 419, 64 491, 75 1118, 52 7596 und 01 519) aber noch ohne "neue" Drehscheibe.

Es folgten eine Reihe von Crailsheimer Dampfloktagen - in Erinnerungen sind auch noch die Veranstaltungen "Dampf über Hohenlohe". Derweil liefen bei der DBK die Bemühungen um einen langfristigen Mietvertrag  mit der DB oder um den Ankauf des Geländes. Denn es hatte sich gezeigt: Um Dampfloks auch in Zukunft betreiben zu können, ist ein gesicherter Standort mit einer gut ausgestatteten Werkstatt zwingend notwendig. Nach mehrjährigen Verhandlungen mit der DB gelang endlich mit Unterstützung des CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten im Jahr 2008 der Durchbruch.  Es bestand eine grundsätzliche Einigkeit über den Verkauf des Geländes. Doch über mehr als ein Jahr wurde dann noch über die Details verhandelt - im Regelfall zum Nachteil des Käufers.

 

 

Das neue Bw Crailsheim

 

Im Jahr 2009 rückte der Erwerb des Geländes näher. Dieser erfolgte schließlich durch die neu gegründete Bahnbetriebswerk Crailsheim Aktiengesellschaft, die jedem Interessenten offen steht (siehe: Bitte Einsteigen).

Das erste größere Projekt war der Wiedereinbau der Drehscheibe. Diese stammt vom Haus 3 des Bw Reichenbach/Vogtland (Die Drehscheibe). Ebenso wurde wieder ein Tor in die Halleneinfahrt von Gleis 51 gebaut und der Boden saniert, so dass dieses heute wieder nutzbar ist. Im Lokschuppen von 1866 stehen noch weitere Umbaumaßnahmen an. Zudem muss die Heizung erneuert und die Elektroinstallation den heutigen Anforderungen angepasst werden - dies alles geschieht entsprechend der finanziellen Möglichkeiten.

Die Esslinger 52 8077 auf der Grube des Hallengleises 50
Die Esslinger 52 8077 auf der Grube des Hallengleises 50

Das "neue Bw Crailsheim" soll kein Nachbau des „alten Bw Crailsheim“ - was nicht mehr möglich ist. Und es soll auch kein klassisches Museum werden, in dem abgestellte Fahrzeuge langsam einstauben und kein Leben herrscht. Davon gibt es schon genügend. 

Vielmehr ist das neue Bahnbetriebswerk Crailsheim schon heute eine Werkstätte, in der historische Schienenfahrzeuge zu neuem Leben erweckt werden und betriebsfähige Fahrzeuge - Lokomotiven sowie historisch wertvolle Wagen - technisch unterhalten. Das Bw Crailsheim ist heute ein Ort, an dem handwerkliche Fähigkeiten und Wissen um die Technik der Maschinen gepflegt und weitergegeben werden. Die baulichen Erweiterungen ermöglichen zusätzliche Reparaturstände und ein vor der Witterung geschütztes Abstellen in den Einsatzpausen. 

 

Diese Zeichnung beschreibt die Planungen für das neue

Dampf-Bw Crailsheim:

Die Halle von 1866 (hier als Lokschuppen bezeichnet), die Lokleitung und die Drehscheibe bilden heute das Kernstück. In der Zeichnung sind auch die Planungen der Miniatur-dampfbahn Hohenlohe aufgenommen.  

 

 

 

  • Gleis 50: 
    Erledigt: Das Gleis und der Unterbau im hinteren Teil wurden neu gebaut.
    Steht noch an: Als nächster Schritt folgt der Wiedereinbau der Achssenke. Zudem wird der Betonboden im Mittelteil der Halle großflächig erneuert. Die Verlängerung des Gleises in den Hofbereich erfolgte in einem ersten Abschnitt Ende Oktober 2016.
  • Gleis 51:
    In Arbeit: Im hinteren Teil der Halle werden die Lagerräume umgestaltet, Geschosshöhen geändert, Zwischendecken und Trennwände entfernt.  Dadurch entstehen zunächst weitere 15 Meter Werkstattgleis unter Dach. Dieser Bauabschnitt soll bis Sommer 2016 abgeschlossen sein. Steht noch an: In einen zweiten Schritt werden dann weitere 10 Meter in Betrieb genommen. Dazu müssen Zwischendecken und Trennwände entfernt und eine neues Stromleitungsnetz errichtet werden.
  • Weichengruppe
    Erledigt: Schwellentausch an der Weiche Abzweig 51  ist erfolgt.
    Steht an:
    An drei Weichen (Abzweig Gleis 50 und 53) ist ein Schwellentausch vorgesehen. Dieser erfolgt durch eine Fachfirma. Abzweig Gleis 50 wird im September 2017 ausgeführt. Neben Abzweig 53 erfolgt noch der Einbau der Weiche zum in der Zeichnung als 52A bezeichneten Gleis.
  • Neubau-Halle: 
    Seht noch an: In einem ersten Schritt ist die Verlängerung des Schuppengleises 1 vorgesehen. Die Verhandlungen mit der DB über den Erwerb sind noch nicht abgeschlossen. Unser Zeitplan sieht vor, nach Ende der Vegetationsphase im November 2016 die Büsche und Sträucher auf dieser Fläche zu entfernen und die Vorbereitungen für die Verlegung des Gleises im Frühjahr 2017 zu schaffen. Vor dem Bau des Gleises ist allerdings ein Plangenehmigungverfahren notwendig.
    In der Planung: Die beiden anderen Gleise sollen möglichst zeitnah folgen, dies hängt aber vom Einbau der Weiche in Gleis 52 ab.  Bei den beiden Gleisen handelt es sich (wie schon beim "Gleis52A") um den Wiederaufbau einer früher bestehenden Gleisanlage. Die nötigen Weichen für diese Baumaßnahme sind vorhanden. Als Abschluss soll eine Industriehalle diese Gleise überdachen.
  • Ringlokschuppen: 
    In der Planung: Dieses Gebäude mit seinen zehn Ständen  ist der wichtigste Teil des neuen Bahnbetriebswerks Crailsheim, allerdings rund 1,5 Millionen Euro (ohne Gleisanlagen) auch das teuerste. Wann Baubeginn für das  Gebäude ist, lässt sich nicht sagen. Allerdings sollen bis 2017 die heute noch fehlenden fünf Strahlengleise errichtet werden, da im Sommer 2016 eine größere Menge Gleise erwartet werden.
  • Betriebslok-Gleis: 
    Steht an: Dieser Schuppen über dem bestehenden Gleis 53 entsteht auf dem Platz des früheren Haller Schuppens. Er erhält eine Grube und einen Rauchabzug. Dieser Schuppen ist Dampflokomotiven vorbehalten, die von einer Fahrt ins Bw zurückkehren und "warm" unter Dach abgestellt werden. Dieser Schuppen kann unabhängig vom Ringlokschuppen errichtet werden und stellt für den Betrieb von Dampfloks ab Crailsheim eine dringende Notwendigkeit dar.

 

Arbeiten im Jahr 2017 an der Infrastruktur in Crailsheim:

  • Vorbereitung des Achssenke-Wagens für den Einbau (Einbau vsl. 2018)
  • Abriss des ehemaligen BSW-Gebäudes und Neuanlage der Geländeeinfahrt (durch Fachfirma). Wir warten weiter auf den Abschluss des Geländeerwerbs von der DB.
  • Beginn der Sanierung der Giebel der Halle.
  • Feste Fahrbahn Einfahrt Gleis 50 Süd -  Verlegung der Platten zur Nutzung für Straßenfahrzeuge
  • Einbau zweier neuer Schuppentore in Gleis 51 Nord (Ersatz für Schiebetor) und "Gleis 50 Mitte" -        als Ausfahrt für die mittels der Achssenke ausgebaute Achsen sowie der Comet. 
  • Tausch der Schwellen in den Einfahrweichen ( 1 Weiche erledigt, 1 Weiche noch 2017)
  • Sanierung des Bodens der Drehscheibe

 

 

Arbeiten im Jahr 2018 an der Infrastruktur in Crailsheim:

 

  • Vorbereitung des Achssenke-Wagens für den Einbau (Einbau vsl. 2018)
  • Tausch der Schwellen in den Einfahrweichen und Einbau  von 2 weiteren Weichen
  • Fortsetzung der Sanierung der Lokleitung (Bereiche Sanitäranlagen für Besucher sowie Küche und Aufenthaltsraum)

 

  • Verlängerung des Hallengleises 51.

 

 

 

Es liegt noch ein weiter Weg hin zum neuen Dampflok-Bahnbetriebswerk Crailsheim vor uns. Doch ein großes Stück sind wir bereits gegangen. Und Stück für Stück geht es weiter, immer weiter. Bei der Umsetzung unseres Vorhabens sind wir auf einem guten Weg. Steigen Sie ein, machen Sie mit.

 

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