letzte Aktualisierung: 12.11.2017

 

75 Jahre 44 1378

 

 

Der Versailler Vertrag 1919, das preußische Beharren auf überholten technischen Konstruktionsprinzipen, die sowjetischen Repa-rationszüge und die iranische Revolution des Ayatollah Khomeini –  was mag dies mit der 44 1378 zu tun haben? Jedes einzelne dieser Ereignisse trug dazu bei dass die Lokomotive auch 75 Jahre nach ihrer Auslieferung durch die Firma Krupp noch erhalten ist.

Die Planungen  für die Lokomotiven der Baureihe 44 begannen im Jahr 1921. Die neuen Güterzuglokomotiven sollten die Lücken schließen, die der Erste Weltkrieg und die Repara-tionen an die Siegermächte in den Lokomotivpark der aus den Länderbahnen hervorgegangenen Deutschen Reichsbahn gerissen hatten. Vielerlei Gründe und preußisches Sendungsbewusstsein sorgten dafür, dass der Serienbau erst im Jahr 1937 beginnen konnte. Und als die 44 1378 am 21. Oktober 1942 die Werkhallen von Krupp verließ, herrschte bereits wieder Krieg – was schon beim Bau der Lok seine Auswirkungen hatte: Die 44 1378 ÜK war eine Übergangskriegslok. Ein Erkennungsmerkmal ist das fehlende zweite Führerhausfenster. Die 44 1378 wurde in den Folgejahren ein Spiegelbild der Geschichte: Nach einem Kurzbesuch in Crailsheim lag ihr erster Einsatzort in der Ostmark, wie Österreich in der Zeit von Hitlerdeutschland genannt wurde. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Württemberg ging es nach Thüringen, um im Bereich der sowjetischen Besatzungszone das Kriegsende zu erleben. Offensichtlich in einem guten Zustand, den in den folgenden Jahren schleppte die 44 1378 im Auftrag der sowjetischen Militäradministration Güterzüge mit Reparationsgüter gen Osten. Dann stand sie in Diensten der Deutschen Reichsbahn der Deutschen Demokratischen Republik. Umgebaut auf Ölfeuerung bildeten Lokomotiven der Baureihe 44 das Rückgrat des schweren Güterverkehrs in der DDR. Die Lok hatte nun die Nummer 44 0378-8 erhalten. Das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) plante mit den ölgefeuerten Lokomotiven das Dampfzeitalter zu beenden. Die islamische Revolution des Ayatollah Khomeini im Iran im Jahr 1979 durchkreuzte aber die Pläne der SED: Steigende Ölpreise und eine steigende Verschuldung gegenüber dem „Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“, wie der Westen bezeichnet wurde, zwangen die DDR, die verbliebenen Lokomotiven der Reihe 44 Öl wieder auf Kohlefeuerung umzubauen. Das brachte einen neuen Namen mit sich: 44 1378-7. Als Heizlokomotive in Nordhausen im Harz erlebte die 44 1378 den Fall der Berliner Mauer. Auf den Tag drei Jahre später schied die Lok am 9. November 1992 aus dem Betriebsdienst aus:  als vorletzte Lokomotive der Baureihe 44 in wiedervereinigten Deutschland – mittlerweile unter der neuen Nummer 044 378-8, den sie Lok von der Deutschen Bahn AG erhielt. Über verschiedene Stationen führte der Weg nach Crailsheim. Dort hatte die 44 1378, wie die Lokomotive nun wieder heißt, bereits vor 75 Jahren schon einmal kurz vorbei geschaut hat. So schließt sich der Kreis!

Dieses Buch beschreibt die Geschichte der Baureihe 44 im Allgemeinen und der 44 1378 im Besonderen – von den ersten Überlegungen zu der Baureihe im Jahr 1921 bei der gerade erst aus den Länderbahnen entstandenen Deutschen Reichsbahn bis zum Ausscheiden aus dem Betriebsbestand bei der Deutschen Bahn AG im Jahre 1992. 

 

 

 

60 Seiten, 11,90 Euro.

49 Fotos davon 20 in sw 

Erhältlich über Kontakt (zuzüglich 3,00 Euro Porto) oder im Bahnbetriebswerk.

 

 

 

 

Abschied von den Dampflokomotiven in Crailsheim

Die 3. erweiterte Auflage ist auch bei den Veranstaltungen zum Jubiläum 

in Crailsheim und im HT-Shop erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zum Hohenloher Tagblatt

 

 

Abschied von den Dampflokomotiven 
in Crailsheim

 

Impressionen aus einer untergegangenen Welt,
nacherzählt von Jürgen Nicklich,
untermalt von Gerhard Böck und Günther Frank

 

In diesem Büchlein werden Erlebnisse aus der Endzeit des Crailsheimer Dampfbetriebes mit viel Empathie und Begeisterung geschildert, wobei oft das wehmütige Gefühl des Abschieds von den urtümlichen, dampfenden, stampfenden und rauchenden Stahlriesen mitschwingt.

 

Unterlegt werden die meist sehr persönlichen Erzählungen mit einer Vielzahl von Fotos. Auch die Sichtweise des Lokpersonals wird dargestellt. Selbst das für den Dampflokfreund traurige Kapitel der Verschrottung der schwarzen Riesen bleibt dem Leser nicht erspart, wobei auch das Problem der damals wegfallenden Arbeitsplätze aufgezeigt wird.

 

Im Ausblick wird ein durch begeisterte Eisenbahnfreunde angestrebter teilweiser Wiederaufbau des ehemaligen Bahnbetriebswerk Crailsheim vorgestellt. Daraus könnte der Stadt Crailsheim eine für nachfolgende Generationen technikgeschichtliche und touristische Attraktion erwachsen. Schließlich war der Beruf des Lokführers zur Dampflokzeit, also mehr als 100 Jahre hinweg, ein Traumberuf fast für jeden Buben . . .

 

<<< mehr zum Inhalt siehe unten>>>>

 

 

3. erweiterte Auflage, 100 Seiten im Format A4 mit rund 170 Foto in Farbe sowie 20 Abbildungen und Fotos in sw.

 

Preis: 16,90 Euro zuzüglich. Kosten Porto und Versand: 5,00 Euro als Brief und Einwurfeinschreiben 

                                                                          (6,50 Euro als Brief und Einschreiben in die meisten EU-Länder und Schweiz)

 

Zu beziehen ist das Buch über den Förderverein (siehe Kontakt),

                                                 im Bw direkt (bei Veranstaltungen) oder

                                                 im HT-Shop in Crailsheim (siehe oben). 

                                                 Der Erlös kommt der gemeinnützigen Bahnbetriebswerk Crailsheim AG zugute.